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Die Frauen des Parks

Das Mythos der Frauen des Parks

Es war am 8. Februar 2004, als im Hotel "Villa Carlotta" in Belgirate das zehnjährige Bestehen des Parks mit einer Konferenz mit internationalem Hauch zum Thema "Wildnis und Globalisation" gefeiert wurde.

Der große Saal, der gänzlich gefüllt war von einem zahlreichen Publikum, wirkte besonders einladend durch die Anwesenheit vieler Frauen, die die traditionellen Trachten trugen.
Es waren die Frauen des Nationalparks Val Grande. Eine Gruppe von ihnen war mit dem Spinnen von Wolle mit antiken Arbeitsgeräten beschäftigt: dem Kämmbrett und dem Spinnrad. Sie schienen aus einem Bild des 19. Jh. zu kommen und vermittelten der Begegnung die gute Atmosphäre der Vergangenheit und der Geborgenheit eines Hauses.

An der Konferenz hat der Staatssekretär für Umwelt On. Roberto Tortoli teilgenommen. Und ihm ist die Idee des Mythos zu verdanken, denn in seiner Abschlussrede in der Konferenz sagte er: «Für die Aufwertung der Parks halte ich es notwendig, eine Besonderheit zu finden, die zum Mythos zu machen ist. Der Nationalpark des Val Grande hat eine einzigartige Besonderheit: und zwar die, wild zu sein, was eine Eigenschaft ist, die zu schützen, bekanntzumachen und als Tourismus zur Entdeckung der Natur und auch zur Wiederentdeckung von uns selbst zu fördern ist.
Das Val Grande hat somit als Mythos die Eigenschaft, wild zu sein. Allerdings gibt es im Val Grande bereits ein Mythos, nämlich das der Frauen des Parks, die dem Wildnisgebiet eine "menschliche Konnotation"
geben, die für die Verwaltung eines Schutzgebiets wesentlich ist. Wir beobachten, dass die erste Phase nach der Entstehung der Parks ein schwieriges Verhältnis zwischen Mensch und Natur gezeigt hat, eine Position des Misstrauens seitens der einheimischen Bevölkerungen; aber im Val Grande haben die Frauen dieses Problem gelöst mit ihrer Geschichte, ihrer Kultur, ihren Kleidern, ihren Produkten und ihren Handwerken, indem sie gezeigt haben wie, auch in einem wilden Park, "Mensch und Natur" auf nützliche Weise und für das Wohlergehen aller nebeneinander bestehen können».


Wie die Gruppe entstanden ist

Die emotionale Beteiligung der Frauen der Gemeinden des Tals zeigt sich gleich zu Beginn der Aktivitäten der Parkbehörde. Viele von ihnen wirkten nämlich seitdem an der Auszeichnung der Schulen mit, die an der Wettbewerbsausschreibung teilgenommen hatten, die 1995 veröffentlicht wurde, um das "Logo des Parks" zu bestimmen und im Auditorium des Internats "Santa Maria" in Pallanza stattfand. Bei dieser Gelegenheit wurden die traditionellen Trachten der einzelnen Gemeinden des Tals vorgestellt: die Gemeinden des Verbano, des Ossola und des Val Vigezzo. Aber die eigentliche Entstehung der Gruppe kam am 4. Oktober 1998 zustande, als der Park der Madonna del Sangue geweiht wurde, die im Sanktuarium von Re in Vigezzo verehrt wird.
Mehr als 140 Frauen kamen zusammen mit ihren Familien aus den Gemeinden des Tals zum Sanktuarium.
Die vom Bischof zelebrierte Einweihung bekam die Bedeutung einer überzeugten Zustimmung seitens der örtlichen Gemeinschaften zur Idee des Parks und zu dem, was der Park darstellte, um die Werte der Traditionen am Leben zu erhalten.
Eine Tradition, die eng mit der Alpenzivilisation und seiner Religion verbunden ist.

Die Widmung an die Madonna del Sangue geht auf den 29. April 1494 zurück, als ein Abbild der Madonna del Latte, das unter dem Bogengang der Pfarrkirche von Re gemalt war, auf der Stirn von einem Stein getroffen wurde, den ein Mann, der seiner Tat nicht bewusst war, im Zorn dagegen geworfen hatte. Das Blut tropfte aus der Stirn von Maria. Seitdem widmeten die Bergleute der Madonna von Re kleine Kapellen entlang der Wege ihrer täglichen Arbeit.

Seit 1998 haben die "Die Frauen des Parks" aktiv an den Initiativen zur Förderung des Schutzgebiets mitgewirkt und sind fester Bestandteil des Parks geworden.
Ihnen ist auch zu verdanken, dass auf einer Geschmacks- und Kulturreise die alten Rezepte der Alpenküche wiederentdeckt wurden, die schon seit Generationen weitergegeben werden, vor allem von Frauen, die seit Jahrhunderten Hüterinnen dieser Landschaft sind, die von der saisonbedingten Emigration der Männer auf der Suche nach Arbeit in reichere Gegenden gekennzeichnet ist. Eine Suche nach typischen Gerichten, die zur önogastronomischen Ausstellung "I Sentieri del Gusto", geführt hat, die seit 2001 von der Parkbehörde organisiert wird: eine Art Schlemmerreise durch die Wanderwege des Val Grande auf Entdeckung der authentischen gastronomischen Tradition dieser Landschaft mit herrlichen Panoramen, die vom Lago Maggiore zum Monte Rosa gehen. Die Frauen des Parks begleiten die önogastronomischen Treffen seit der ersten Ausgabe, wobei sie die Veranstaltung kulturell beleben, nicht nur als einfacher "farblicher" Bestandteil, sondern als ehrlicher Liebesbeweis für ihre Gegend.
Sie haben die Gabe, die Werte der Bergzivilisation zu erhalten und es steht außer Frage, dass die Spontanität und die Fähigkeit zu zwischenmenschlichen Beziehungen der Frauen des Parks wesentliches Element für die Empfangsstrategie unseres Schutzgebiets sind.


Ein kulturelles Angebot

Die Frauen des Parks beschäftigen sich mit dem Studium der traditionellen Kleidung und der Wiederbeschaffung antiker Legenden und Rezepte der Berge.
Ihr Angebot umfasst:

  • die Präsentation von Kostproben typischer Produkte
  • die Vorführung alter Gewerbe
  • die Teilnahme an touristischen und önogastronomischen Messen
  • Aktionen in Schulen oder Altenheimen
  • die Zusammenarbeit mit anderen Freiwilligenverbänden.

Einige dieser Forschungstätigkeiten der Frauen des Parks sind gesammelt und veröffentlicht worden.
Dazu gehören:

Kontakte: Comitato culturale "Le Donne del Parco" - c/o Parco Nazionale Val Grande - Pizza Pretorio, 6 - 28805 Vogogna (VB) - E-mail: donnetradizioni@gmail.com – Mobil-Nr. +39 328/0461152 (Rosalia Zaccheo, Vorsitzende des Komitees)

Frauen des Parks
Frauen des Parks
(photo von: Archivio Parco Nazionale Val Grande)
Frauen des Parks
Frauen des Parks
(photo von: Claudio Venturini Delsolaro)
Frauen des Parks
Frauen des Parks
(photo von: Claudio Venturini Delsolaro)
Die Frauen des Parks
Die Frauen des Parks
(photo von: Archivio Parco Nazionale Val Grande)
Die Frauen des Parks und der Präsident der Gmeinschaft des Parks Silvia Marchionini anlässlich der Öffnung der Herberge von Cicogna (Cossogno)
Die Frauen des Parks und der Präsident der Gmeinschaft des Parks Silvia Marchionini anlässlich der Öffnung der Herberge von Cicogna (Cossogno)
(photo von: Archivio Parco Nazionale Val Grande)
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