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Der Wanderweg Bove

Die Geschichte

Zu Fuss         Erhöhtes Interesse: Geschichte 

    Giacomo Bove, am 23. April 1852 in Maranzana geboren, war einer der bedeutendsten italienischen Seefahrer und Forscher des 19. Jh. Ein fast vergessener Name, dabei sind ein Gletscher, ein Berg und ein Fluss in Patagonien nach ihm benannt, sowie ein Kap auf der Dickson-Insel hinter dem Polarkreis und auch die Forschungsstation Italiens in der Antarktis.

    Am 31. Juli 1880 anlässlich eines Besuchs des Forschers in Intra, hat die CAI-Gruppe 1.037,47 Lire gesammelt, um eine zukünftige Expedition in die Antarktis zu finanzieren, aber es geschah nichts. Bove hat sich am 9. August 1887 in Verona das Leben genommen.
    Der Italienische Alpenverein (CAI) beschloss, den gesammelten Betrag für eine Gedenkstätte zu verwenden. Die beste unter den zahlreichen Ideen war die, einen Wanderweg auf den hohen Bergkämmen zu schaffen, die die Täler neben dem Lago Maggiore umgeben. Der CAI beauftragte den Bergführer Antonio Garoni aus Intragna mit den Arbeiten; im Jahr 1891 war der erste Streckenabschnitt zwischen dem Monte Zeda und der Bocchetta di Terza fertiggestellt. Ein Jahr später verlängerte Garoni die Trasse bis zur Bocchetta di Scaredi.
    Der Wanderweg war nicht nur der erste Klettersteig der italienischen Alpen, sondern auch der erste Etappenweg.
    Mit der Zeit ging die Erinnerung an Giacomo Bove verloren, bis der Tag kam, an dem die Welt ihn vergaß, während der Ruhm des ihm gewidmeten Pfads von Jahr zu Jahr größer wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg allerdings kam der Niedergang: der Wanderweg Bove galt als zu schwierig für den einfachen Wanderer und zu einfach für die neuen Kletterer.
    1977 beginnt ein Bergsteiger vom Cai Verbano-Intra eine sehr anstrengende Arbeit zur Wiederentdeckung und Wiederherstellung des Bove, mit Unterstützung im Jahr 1978 des Kletterers Gualtiero Rognoni. Die beiden untersuchen die Bergflanke und erreichen die Bocchetta di Terza, wussten aber, dass die alte Passage zwischen den Felsen des Torrione verborgen blieb. Die Suche nach der ursprünglichen Strecke ist eine harte Arbeit, und aus diesem Grund wird die Tätigkeit für einige Jahre eingestellt. Der entscheidende Durchbruch kam im Jahr 1983, als der Projektleiter und der Bergführer Achille Montani die Verankerungen von Garoni auf dem Monte Torrione fanden. Ab da beginnt mit der Arbeit der CAI-Mitglieder die Markierung der Wege und die Montage der Ketten, die 1984 abgeschlossen wird. Endlich gibt es den Antiken Weg auf den Kämmen des Verbano-Ossola wieder.
    Im Jahr 1987, nur zwei Jahre nach Abschluss der Arbeiten, entdeckt man, dass jemand die Ketten durchgeschnitten hat. Die Hartnäckigkeit der CAI-Mitglieder hat dafür gesorgt, dass nach einer neuen Wiederherstellung der Pfad wieder begehbar ist.
    1989 gewährleisten weitere vom Team von Maioli Tiziano und in den folgenden Jahren von der Genossenschaft Valgrande im Auftrag der lokalen Berggemeischaften und der Behörde des Nationalparks Val Grande durchgeführte Arbeiten die Wartung und Markierung für eine sichere Begehung des Pfads.
    Die letzte Sicherungmaßnahme ist im Mai 2019 auf dem Abschnitt Piancavallone - Monte Zeda von der Genossenschaft Valgrande im Auftrag der Behörde des Nationalparks Val Grande durchgeführt worden. Neue Wartungsarbeiten sind in Kürze geplant (2019/2020).

    Ursprünglich ging der Wanderweg Bove vom Monte Zeda zur Bocchetta di Campo.
    Seit 1997 nach dem Erfolg der Veranstaltung "Un altro Passo" anlässlich des Hundertjährigen Bestehens des Wanderwegs und der Berghütte Bocchetta di Campo, erlangt die Route, die um die Gipfel des Val Pogallo führt und in Cicogna startet und ankommt, wieder ihren angemessenen Bekanntheitsgrad.

    Begehbarkeit des Pfads

    Heute ist der Wanderweg Bove eine Strecke, die in drei-vier Tagen begangen werden kann.
    Da es sich um eine Kammroute handelt, ist sie sehr vorsichtig und möglichst in Begleitung eines Bergführers zu begehen.
    Die vom Wetter und der Jahreszeit abhängigen Veränderungen der Sicht und der Bodenbeschaffenheit machen die Benutzung anspruchsvoll und riskant, auch im Hinblick darauf, dass nach dem M.te Zeda die Arbeiten zur Wartung des Wanderweges und der Wiederherstellung der Markierung noch nicht durchgeführt worden sind.
    Der Kamm Corone di Ghina-Cima Sasso stellt eine Variante zum Wanderweg Bove dar, mit alpinem Schwierigkeitsgrad F nach der CAI-Klassifizierung und T5 in der CAS-Bewertungsskala. Da die geplante Wartung noch nicht erfolgt ist, fehlen außerdem auf der Strecke noch die früheren Ketten, die von Unbekannten entfernt wurden, was die alpine Schwierigkeit erhöht.

    Literaturquellen
    Der Text, der den Wanderweg Bove beschreibt, ist aus P. Crosa Lenz - G. Frangioni, Parco Nazionale Val Grande, Ausgabe Grossi, 2011, mit Ergänzungen von Tiziano Maioli, Offizieller Parkführer.
    Historische Aufzeichnungen in P. Pisano, Giacomo Bove. Un esploratore e un sentiero tra Verbano e Ossola, Magazzeno Storico Verbanese, 2016.
    Wanderweg Bove
    Wanderweg Bove
    (photo von: Mattia Moggio)
     
    Wanderweg Bove
    Wanderweg Bove
    (photo von: Archivio Parco Nazionale Val Grande)
     
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